Irrlichter
Gestern habe ich es sehr bereut keine Kamera dabei gehab zu haben. Trotzdem möchte ich euch, diese Geschichte nicht vorenthalen:
Gestern haben meine Mitbewohnerin und ich beschlossen vor der Prüfung noch spazieren zu gehen.
In Melhausen bietet sich da als schönster Spaziergang der Weg zur Burgruine an.
Wir kamen auch rechtzeitig zum Sonnenuntergang oben an und es war traumhaft schön. Kann ich Besuchern von Melhausen nur ans Herz legen, dass auch einmal zu besichtigen.
Was wir jedoch nicht so ganz bedacht hatten:
Wie schnell es dunkel wird, wenn die Sonne erst einmal unter gegangen ist und der Rückweg führt durch ein verlassens Waldstück.
In unserer Weisheit haben meine Mitbewohnerin und ich beschlossen,
nicht den gleichen Weg zurück zu gehen, denn wir hinauf gelaufen sind.
Muss ich noch mehr sagen?
Natürlich haben wir uns verlaufen!
Also ich fasse zusammen:
Es
ist der Abend vor der Prüfung, es ist dunkel, wir sind irgendwo auf
einem Berg auf einem Trampelpfad im Wald und ich hatte weder Handy, noch
Geld, noch einen Ausweis noch einen Hausschlüssel dabei(warum auch,
meine Mittbewohnerin hatte ja einen).
Doch in dieser ausweglosen Situation kam ein Lichtschimmer in Form eines kleinen glühenden Punktes, der durch den Wald schwebte:
Glühwürmchen, je dunkler es wurde und je tiefer wir in den Wald gingen umso mehr kreuzen unseren Weg. Glühwürmchen sind wirklich toll, so wunderschön. *.* Außerdem haben sie uns unsere ganze Furcht genommen, wie kleine Hoffnungsträger. Also sind wir ihnen gefolgt.
Ich hätte euch so gerne ein Foto von den wundervollen Tieren gezeigt, doch hatte ich wie gesagt keinen Apperat dabei.
Während wir so durch den Wald gingen fühlten wir uns wie im Märchen.
Irgendwann wendete sich unser Gespräch den Irrlichter zu, die verirrte Wanderer ins Verderben führen und fragten uns ob es wirklich eine so gute Idee ist den Glühwürmchen zu folgen.
Es zeigte sich, dass den Glühwürmchen zu folgen nicht unbedingt unsere Beste Idee war, wir irrten immer tiefer in den Wald in die falsche Richtig. Am Anfang ging es immerhin noch bergab, irgendwann mussten wir dann bergauf gehen, dabei wollten wir ja eigentlich ins Tal...
Doch begleitet von den Glühwürmchen kamen wir irgendwann an eine Straße, eine Hauptstraße, nicht sehr befahren, aber mit vielen Kurven und hoher Geschwindigkeitsvorgabe.
Natürlich endete der Weg bei der Straße und einen Gehweg gab es auch nicht.
Irgendwie hatten wir es geschafft vom Regen in die Traufe zu gelangen. Nun hatten wir uns nicht nur verirrt, wir befanden uns auch in Lebensgefahr. Trotzdem wollte keiner von uns zurück in den grusligen dunklen Wald. Also sind wir die Straße entlang gelaufen.
Irgendwann haben wir auch eine abzeigung in ein Wohnviertel gefunden, wo wir so schnell es geht hin sind.
Man glaubt gar nicht welche Ecken es in Geislingen gibt.
Wir sind ins langweiligste Halbbonzenviertel der Welt geraten. Niemand war mehr auf der Straße, teilweise waren schon die Rolläden unten. Außer meiner Mitbewohnerin und mir war niemand mehr unterwegs. Was auch recht erstaunlich ist:
Normalerweise sieht man überall in Melhausen das Kreuz, es sei denn du wohnst wirklich am Rand.
Wir haben das Kreuz nicht mehr gesehen und da es nachts angelauchtet wird, hätten wir es sehen sollen. Mit null Orientierung liefen wir in die Richtig in der wir das Kreuz vermuteten. Ich muss sagen zum orientieren sind die Berge echt praktisch, man erkennt an ihrer Form ungefähr welcher Berg es ist und man weiß wo man ca. ist.
So haben wir uns orientiert und es sicher nach Hause geschafft, dass es halb zwölf war bis wir nach Hause gekommen sind muss ich nicht mehr erwähnen oder?